Hochverfügbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines IT-Systems, auch bei Ausfall einzelner Komponenten weiterzulaufen. Sie wird als Prozentwert der Verfügbarkeit pro Jahr ausgedrückt.

Definition

Hochverfügbarkeit wird durch Redundanz erreicht: Kritische Komponenten sind mehrfach vorhanden, und der Ausfall einer einzelnen Komponente führt nicht zum Ausfall des Dienstes. Dazu gehören redundante Server, doppelte Netzanbindungen, gespiegelte Speicher und Cluster, die Lasten automatisch übernehmen. Der Wert wird üblicherweise als Verfügbarkeit in Prozent vereinbart und im SLA festgeschrieben.

Was die Prozentwerte bedeuten

99 %3 Tage 15 Std.99,9 %8 Std. 46 Min.99,95 %4 Std. 23 Min.99,99 %52 Min.99,999 %5 Min.
Verfügbarkeitswerte und die daraus zulässige Ausfallzeit pro Jahr.

Der Sprung von 99,9 auf 99,99 Prozent klingt klein, senkt die zulässige Ausfallzeit aber von knapp neun Stunden auf unter eine Stunde im Jahr. Jede zusätzliche Neun bedeutet in der Praxis einen deutlichen Anstieg an Redundanz, Automatisierung und Betriebsaufwand. Deshalb sollte der Zielwert am tatsächlichen Bedarf des Geschäftsprozesses ausgerichtet werden, nicht am technisch Machbaren.

Typische Bausteine

  • Cluster: Mehrere Knoten übernehmen die Aufgaben eines ausgefallenen Knotens.
  • Lastverteilung: Anfragen werden auf mehrere Instanzen verteilt und im Fehlerfall umgeleitet.
  • Replikation: Daten werden synchron oder asynchron auf ein zweites System gespiegelt.
  • Redundante Infrastruktur: Doppelte Stromversorgung, Netzwerkpfade und Klimatisierung.
  • Automatisches Failover: Der Wechsel auf das Ersatzsystem erfolgt ohne manuellen Eingriff.

Häufige Fehler

  • Redundanz wird gebaut, das Failover aber nie unter realen Bedingungen getestet.
  • Eine einzelne Komponente bleibt unbemerkt der Single Point of Failure, etwa eine zentrale Datenbank oder ein Lizenzserver.
  • Die vereinbarte Verfügbarkeit umfasst keine Wartungsfenster, was zu Streit mit dem Dienstleister führt.
  • Die Anwendung selbst ist nicht clusterfähig, obwohl die Infrastruktur es wäre.

Abgrenzung

Hochverfügbarkeit hält den laufenden Betrieb aufrecht. Disaster Recovery stellt den Betrieb nach einem größeren Schadensereignis wieder her. Beides ergänzt sich, ersetzt sich aber nicht.

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Mag. Salim ŠabićPrincipal Consultant, IT-Projektmanagement · SABIC IT-Beratung · Veröffentlicht 02.10.2025, zuletzt fachlich geprüft 22.07.2026