Eine Hosting-Migration verlagert eine bestehende Anwendung auf eine andere Infrastruktur oder zu einem anderen Anbieter, ohne die Anwendung selbst zu verändern.
Definition
Anders als bei einem Versions- oder Plattformwechsel bleibt die Anwendung gleich. Verändert werden Server, Netz, Domain-Zuordnung und Betriebsverantwortung. Das klingt einfach, betrifft aber empfindliche Punkte: Ausfallzeit, Zertifikate, E-Mail-Zustellung und Suchmaschinenerreichbarkeit.
Typische Auslöser
- Auslaufender Vertrag oder unzureichende Leistung des bisherigen Anbieters.
- Anforderungen an Serverstandort und Datenschutz.
- Wachsende Last, die die bisherige Umgebung nicht mehr trägt.
- Konsolidierung mehrerer Umgebungen bei einem Anbieter.
Der kritische Pfad
Der eigentliche Datenumzug ist selten das Problem. Kritisch sind die Umstellung der Namensauflösung mit ihrer Verzögerung, gültige Zertifikate am Zielort und die Frage, wie Änderungen behandelt werden, die während der Umstellung entstehen. Für Systeme mit laufenden Eingaben braucht es deshalb ein Zeitfenster mit Schreibsperre oder einen Abgleich der Differenz.
Checkliste vor dem Wechsel
- Vollständige Sicherung mit geprüfter Wiederherstellung.
- Zielumgebung mit identischen Versionen von Laufzeit und Datenbank.
- Zertifikate am Ziel bereits ausgestellt und eingebunden.
- Gültigkeitsdauer der Namensauflösung vorher herabsetzen.
- Weiterleitungen und interne Verlinkungen geprüft.
- Cron-Aufgaben und Hintergrundprozesse am Ziel eingerichtet.
- Alte Umgebung erst nach einer Karenzzeit abschalten.
Abgrenzung
Die Cloud-Migration verändert häufig auch das Betriebsmodell und die Architektur. Die Hosting-Migration ist ein reiner Umzug bei gleichbleibender Anwendung.
Weiterführende Begriffe
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