Nichtfunktionale Anforderungen beschreiben, wie gut ein System seine Aufgaben erfüllen muss: Geschwindigkeit, Verfügbarkeit, Sicherheit, Bedienbarkeit und Wartbarkeit.
Definition
Während funktionale Anforderungen festlegen, was ein System können muss, bestimmen nichtfunktionale Anforderungen die Qualität dieser Leistung. Sie werden häufig übersehen, weil sie niemand aktiv fordert. Ihr Fehlen fällt erst im Betrieb auf, wenn Antwortzeiten unzumutbar sind oder das System der realen Last nicht standhält.
Typische Kategorien
- Leistung: Antwortzeiten, gleichzeitige Nutzer, Datenmengen.
- Verfügbarkeit: Servicezeiten, zulässige Ausfallzeit, Wiederanlaufzeiten.
- Sicherheit: Authentifizierung, Verschlüsselung, Protokollierung.
- Bedienbarkeit: Einarbeitungszeit, Barrierefreiheit, Fehlertoleranz.
- Wartbarkeit: Aktualisierbarkeit, Testbarkeit, Dokumentation.
- Portabilität: Datenexport, Wechselfähigkeit, offene Formate.
Messbar formulieren
Die Anforderung, ein System solle schnell sein, ist wertlos. Brauchbar ist: neunzig Prozent der Suchanfragen werden bei zweihundert gleichzeitigen Nutzern in unter zwei Sekunden beantwortet. Erst diese Form lässt sich testen, abnehmen und im Vertrag vereinbaren.
Warum sie die Architektur bestimmen
Nichtfunktionale Anforderungen sind die eigentlichen Treiber der Architektur. Hohe Verfügbarkeit erfordert Redundanz, strenge Datenschutzvorgaben beeinflussen den Betriebsort, hohe Last verlangt Skalierbarkeit. Nachträglich eingefordert, bedeuten sie fast immer Umbau statt Ergänzung.
Abgrenzung
Funktionale Anforderungen beschreiben das Was, nichtfunktionale das Wie gut. Randbedingungen sind nicht verhandelbare Vorgaben wie Gesetze oder bestehende Systeme.
Weiterführende Begriffe
Sie planen ein komplexes IT-Projekt?
SABIC IT unterstützt Unternehmen und öffentliche Organisationen von der Projektinitialisierung bis zum Go-Live, strukturiert, transparent und mit klarem Fokus auf Ergebnisse.
Kostenloses Erstgespräch buchen