YAGNI steht für You Aren’t Gonna Need It und ist ein Prinzip aus der agilen Softwareentwicklung: Baue nichts, was aktuell nicht gebraucht wird.

Der Grundgedanke

Funktionen, die auf Verdacht für künftige Anforderungen entwickelt werden, verursachen sofort Aufwand, während der erwartete Nutzen ungewiss bleibt. Erfahrungsgemäß tritt der angenommene Bedarf oft nicht ein, oder er tritt in anderer Form ein, sodass der Vorbau ohnehin unbrauchbar ist.

Die Kosten des Vorbaus

  • Entwicklungsaufwand für ungenutzte Funktionen.
  • Zusätzliche Komplexität, die alle späteren Änderungen verteuert.
  • Tests und Dokumentation, die dauerhaft gepflegt werden müssen.
  • Eine Architektur, die sich an Annahmen statt an Bedarf ausrichtet.

Die Grenze des Prinzips

YAGNI gilt für Funktionsumfang, nicht für Qualitätseigenschaften. Sicherheit, Skalierbarkeit und Wartbarkeit lassen sich später nur mit erheblichem Umbau nachrüsten. Wer YAGNI als Begründung nutzt, um nichtfunktionale Anforderungen zu übergehen, wendet es falsch an.

Abgrenzung

Das MVP begrenzt den Umfang eines ersten Produkts. YAGNI ist eine Entwurfsregel für einzelne Entscheidungen im Alltag.

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Mag. Salim ŠabićPrincipal Consultant, IT-Projektmanagement · SABIC IT-Beratung · Veröffentlicht 19.08.2026, zuletzt fachlich geprüft 19.08.2026