Middleware ist die Softwareschicht zwischen Anwendungen und Infrastruktur. Sie vermittelt, wandelt und verteilt Daten zwischen Systemen, die nicht direkt miteinander sprechen können.
Definition
Middleware nimmt Nachrichten entgegen, wandelt Formate, prüft Regeln und stellt sicher, dass Daten den richtigen Empfänger erreichen. Statt jedes System einzeln mit jedem anderen zu verbinden, laufen Verbindungen über eine zentrale Schicht. Das reduziert die Zahl der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen erheblich und macht die Landschaft wartbar.
Typische Ausprägungen
- Nachrichtenwarteschlangen: Entkoppeln Sender und Empfänger zeitlich.
- Integrationsplattformen: Umwandlung, Weiterleitung und Überwachung von Datenströmen.
- API-Gateways: Zentrale Steuerung von Zugriff, Authentifizierung und Begrenzung der Aufrufe.
- Anwendungsserver: Laufzeitumgebung für Fachanwendungen.
Der Nutzen der Entkopplung
Ist ein Zielsystem kurzzeitig nicht erreichbar, bleiben Nachrichten in der Warteschlange und werden später zugestellt. Der Sender muss nicht warten und nicht wissen, ob das Ziel gerade läuft. Für Fachprozesse, die über mehrere Systeme laufen, ist das ein erheblicher Stabilitätsgewinn.
Das Risiko
Middleware wird schnell zum zentralen Nadelöhr. Fällt sie aus, steht die Integration der gesamten Landschaft. Sie braucht daher dieselbe Aufmerksamkeit bei Redundanz, Monitoring und Wartung wie die Fachanwendungen selbst. Ebenso problematisch ist es, Fachlogik in die Middleware zu verlagern, weil sie dann schwer nachvollziehbar wird.
Abgrenzung
Die Schnittstelle beschreibt den Vertrag zwischen zwei Systemen. Middleware ist die Infrastruktur, die viele solcher Verbindungen vermittelt und betreibt.
Weiterführende Begriffe
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