Ein Fachkonzept beschreibt aus fachlicher Sicht, was eine Lösung leisten soll: Prozesse, Regeln, Daten und Rollen, ohne technische Umsetzungsdetails.
Definition
Das Fachkonzept übersetzt Anforderungen in eine geordnete fachliche Beschreibung. Es beantwortet, welche Arbeitsschritte künftig wie ablaufen, welche Daten dabei entstehen, welche Regeln und Ausnahmen gelten und wer welche Rechte hat. Es ist die Grundlage, auf der die technische Umsetzung geplant wird, und dient zugleich als Abstimmungsdokument mit den Fachbereichen.
Typische Inhalte
- Beschreibung der Prozesse im Soll-Zustand, inklusive Sonderfälle.
- Fachliche Objekte und ihre Beziehungen, etwa Antrag, Vorgang, Person.
- Geschäftsregeln, Fristen, Berechnungen und Prüfungen.
- Rollen mit ihren Aufgaben und Berechtigungen.
- Schnittstellen zu angrenzenden Verfahren.
- Anforderungen an Auswertungen und Nachweise.
Warum es sich lohnt
Ausnahmen sind der eigentliche Aufwandstreiber. Sie tauchen selten in der ersten Beschreibung auf, sondern erst, wenn jemand fragt, was passiert, wenn ein Vorgang zurückgezogen oder nachträglich geändert wird. Ein Fachkonzept zwingt zu diesen Fragen, solange sie noch günstig zu beantworten sind.
Abgrenzung
Das Lastenheft beschreibt die Anforderungen des Auftraggebers. Das Fachkonzept ordnet sie fachlich aus und vertieft sie. Das Pflichtenheft beschreibt anschließend, wie der Auftragnehmer sie umsetzt.
Weiterführende Begriffe
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