Earned Value Management verbindet Umfang, Termine und Kosten zu einer gemeinsamen Fortschrittsmessung. Es beantwortet, ob ein Projekt im Plan liegt, statt nur wie viel Geld ausgegeben wurde.
Die drei Grundgrößen
- Planwert (PV): Der Wert der Leistung, die bis heute erbracht sein sollte.
- Fertigstellungswert (EV): Der Wert der tatsächlich erbrachten Leistung.
- Istkosten (AC): Was diese Leistung tatsächlich gekostet hat.
Der Vergleich
Aus dem Verhältnis dieser drei Werte ergeben sich zwei Aussagen. Liegen die Istkosten über dem Fertigstellungswert, kostet die erbrachte Leistung mehr als geplant. Liegt der Fertigstellungswert unter dem Planwert, ist weniger fertig als vorgesehen. Erst beide Aussagen zusammen ergeben ein belastbares Bild.
Warum reine Kostenbetrachtung täuscht
Ein Projekt, das nach der Hälfte der Zeit erst vierzig Prozent des Budgets verbraucht hat, wirkt sparsam. Sind aber nur dreißig Prozent der Leistung erbracht, ist es in Wahrheit teuer und verspätet. Genau diese Verwechslung verhindert Earned Value Management.
Die Voraussetzung
Die Methode funktioniert nur mit einem sauberen Projektstrukturplan und einer nachvollziehbaren Regel zur Fortschrittsbewertung je Arbeitspaket. Ohne diese Grundlage wird der Fertigstellungswert geschätzt, und die Kennzahlen erzeugen Scheingenauigkeit. In kleineren Vorhaben ist der Aufwand oft nicht gerechtfertigt.
Abgrenzung
Der Statusbericht beschreibt die Lage qualitativ. Earned Value Management liefert die zugrunde liegenden Zahlen und macht Abweichungen früh sichtbar.
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